Kriminalstatistik 2017: Die prozentuell höchsten Anstiege waren 2017 erneut im Bereich Cybercrime zu verzeichnen

Auszug aus dem heute veröffentlichten Lagebericht der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 zum Thema Cybercrime

Cybercrime

Die prozentuell höchsten Anstiege waren 2017 erneut im Bereich Cybercrime zu verzeichnen: Mit einem Gesamtanstieg von 28,3 Prozent ist auch 2017 die Tendenz weiterhin steigend. 2017 wurden 16.804 Anzeigen der Polizei gemeldet.

 

Entwicklung der Cybercrime-Delikte in Österreich 2008 bis 2017

 

Die Kriminalitätsformen im Internet werden in zwei Bereiche unterteilt: Unter Cybercrime im engeren Sinne versteht man Straftaten, die an IT-Systemen oder Daten begangen werden. Ein Beispiel dafür ist der widerrechtliche Zugriff auf ein Computersystem. Unter Cybercrime im weiteren Sinn versteht man herkömmliche Delikte, die mit Hilfe des Internets begangen wurden, wie zum Bespiel den Internetbetrug, Erpressungen im Internet, Kinderpornographie und die Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen.

Die Anzahl der Tatbestände von Cybercrime im engeren Sinne ist österreichweit von 2.630 im Jahr 2016 auf 3.546 angezeigte Fälle um 34,8 Prozent angestiegen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote um 10,2 Prozentpunkte auf 28,2 Prozent gestiegen. Besonders der Tatbestand Datenbeschädigung (§ 126a StGB) mit einem Anstieg von 527 Fällen und somit 80 Prozent wurde überdurchschnittlich stark angezeigt (2017: 1.186 Anzeigen). Der Grund für diese Zunahme liegt vor allem in der weltweit steigenden Verbreitung von Ransomware. Damit werden wichtige Daten in EDV-Systemen durch einen Verschlüsselungstrojaner unbrauchbar gemacht. In der Folge versuchen die Täter für die Entschlüsselung der Daten ein Lösegeld in Form von Bitcoins zu erpressen.

Der betrügerische Datenverarbeitungsmissbrauch (§ 148a StGB) ist von 817 auf 1.056 Anzeigen und die Datenfälschung (§ 225a StGB) von 139 auf 231 Anzeigen angestiegen.

Mit Jänner 2016 ist die Bestimmung Cybermobbing (§ 107c StGB) neu in Kraft getreten. 2017 wurden 359 Fälle zur Anzeige gebracht (2016: 302 Fälle).

Die Anzahl von Anzeigen wegen Hacking, dem unbefugten Eindringen in ein Computersystem (§ 118a StGB) ist nach einem Anstieg 2016 im Jahr 2017 um 20,6 Prozent auf 363 Anzeigen gesunken (2016: 457 Anzeigen).

Die Zahl der Anzeigen wegen kinderpornographischer Darstellung Minderjähriger (§ 207a StGB) ist von 681 im Jahr 2016 auf 733 im Jahr 2017 angestiegen, die Zahl der Anzeigen wegen Groomings (§ 208a StGB) von 80 auf 106 Anzeigen im Jahr 2017 angestiegen.

Quelle: Lagebericht Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen: http://bundeskriminalamt.at/bmi_documents/2170.pdf